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Kulturspaziergang November 2025

Sektion Dreisessel Kulturspaziergang November 2025

Jedes Jahr im November steht ein kulturhistorischer Spaziergang auf dem Programm der Sektion Dreisessel. Thyrnau mit seiner Abtei, das urkundlich zwischen 1200 und 1300 öfters als Ortschaft in der Historie erwähnt wurde, war unser diesjähriges Ziel.

Trotz regnerischem Wetter machten sich 15 Teilnehmer unserer Sektion mit 5 Mitgliedern der Sektion Freyung auf nach Thyrnau.  Bei der Ortsanfahrt war schon ersichtlich, dass zusammen mit der Abtei, Kirchen und Kapellen das Ortsbild Thyrnaus beherrschen.

Da das Wetter sich nicht besserte verkürzten wir unseren Spaziergang auf die Strecke von der Abtei bis Sankt Christopherus. Das Gründungsjahr dieser einschiffigen Kirche wird aus mehreren Anhaltspunkten auf das Jahr um 1370 datiert.

Eine schwarze Marmortafel im Innern der Kirche weist auf den Erbauer dieser „Kapelle“ hin; einem gewissen Urban Schätzl von Hörmannsberg, Watzmannsdorf und Thyrnau. Die Christopheruskirche war eng verbunden mit dem mittelalterlichen Ortsadel der Watzmannsdorfer. Grabplatten dieses Ortsadels konnten wir bereits beim Kulturgang im November 2024 in der Pfarrkirche Hutthurm besichtigen.

Schade, dass sich bis jetzt keine Sponsoren gefunden haben dieses Kulturgut zu erhalten.

Nächstes Ziel unserer kulturellen Besichtigung waren die Pfarrkirche Sankt Franz Xaver und die Lorettokapelle. Großteils finanziert wurde der Bau dieser Pfarrkirche in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts (lt. Kirchenführer) mit dem Geld der Wallfahrer aus dem Opferstock der Lorettokapelle. Das bedeutendste Kunstwerk dieser Pfarrkirche ist „die Thyrnauerin“ eine steinerne Marienfigur aus dem 15. Jahrhundert. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts überwechselte diese von der Christopheruskirche in die Pfarrkirche.

Den Schlusspunkt unseres Kulturganges bildete die Zisterzienserinnenabtei Sankt Josef. Dort wurden wir bereits mit Kaffee und Kuchen erwartet. Aufgewärmt und gestärkt folgten wir dem Bericht von Schwester Lucia über die Entstehung der Abtei. Die Zisterzienserinnen mussten ihr Stammkloster Rathausen in der Schweiz verlassen und kamen über Nancy (Frankreich) 1902 nach Thyrnau. Im ehemaligen fürstbischöflichen Jagdschloss in Thyrnau haben sie eine neue klösterliche Heimat gefunden.

Schwester Lucia führte uns durch die Abtei und Klosterkirche. Diese, so erfuhren wir, ist der Aufnahme Mariens geweiht. Sie ist Sinnbild und eine weitere Säule benediktinischer und zisterziensischer Frömmigkeit. Bei der Besichtigung erläuterte sie die verschiedenen Anbauten und Renovierungsarbeiten der Abtei. Sie berichtete auch über das jetzige Aufgabengebiet u.a. der Näherei und Stickerei. Wir bestaunten Messgewänder und Stolen, die allesamt in der Abtei genäht und von Hand bestickt wurden.

 Bis unters Dach durften wir die Abtei erkunden.

Zum Schluss konnten einige Teilnehmer den lockenden Angeboten der Abtei nicht widerstehen.

Frohgelaunt verabschiedeten wir uns vom ehemaligem „fürstbischöflichen Jagdschloss“ und ließen den Tag im Ortsgasthof ausklingen, ehe wir die Heimreise antraten.

Lydia Saiko