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Kunsthistorische Wanderung mit Kreisheimatpfleger Dr. Leonhard Bürger

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Waldkirchen. Auf Entdeckertour machten sich am vergangenen Samstag der Heimat- und Museumsverein und die Waldvereinssektion Dreisessel in Begleitung von Kreisheimatpfleger Dr. Leonhard Bürger auf. Auf historischen Pfaden rund um den Sicklinger Berg begab sich die Wandergruppe und entdeckte dabei den Goldenen Steig, das Waldkirchner Hochgericht sowie versteckte Schlupfen und alte Bauernhäuser. Spannendes Hintergrundwissen lieferte Leonhard Bürger, der die Tour mit zahlreichen Fakten und Geschichten bereicherte.

Beginn der Führung war das Schützenheim in Schiefweg, wo zunächst die jeweiligen Vorsitzenden, Christian Seidel vom Heimat- und Museumsverein und Walter Bermann, Vorsitzender der Waldvereinssektion Dreisessel sowie Kreisheimatpfleger Dr. Leonhard Bürger 30 Teilnehmer begrüßten. Hier startete auch die Wanderung nach Appmannsberg. Als Einstimmung auf den Tag des offenen Denkmals bot sich tags zuvor die Besichtigung eines alten Vierkanthofs an. Nach rund sechs Kilometern Fußmarsch über Ohmühle und Stelzermühle war das Etappenziel erreicht. Hier berichtete Leo Bürger über die Geschichte dieses Hofs, dessen Ursprung im Mittelalter liegt. Wie er betont, ist es Aufgabe der Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger, sowohl zur Erhaltung und Vermittlung der historischen Dimension der Heimat beizutragen als auch aktuelle Veränderungsprozesse kritisch zu begleiten und Neuerungen behutsam in Vorhandenes einzubetten. Geschaffene Werte von landschaftsprägender, geschichtlicher, wissenschaftlicher, künstlerischer, städtebaulicher und volkskundlicher Bedeutung sollen bewahrt, gepflegt und weiterentwickelt werden. Und bei seinen Recherchen stieß er auch auf den Freund-Hof in Appmannsberg. Dieses historische Anwesen gilt als herausragendes Zeugnis der regionalen Baukultur. Besonders die noch gut erhaltenen Elemente des Gebäudes zeugen von der handwerklichen Kunst und den Lebensbedingungen vergangener Generationen. Um diese Werte dauerhaft zu bewahren, erwarb er das Anwesen, das seit 1974 unbewohnt war. Wie Bürger verriet, weist das Haus eine interessante Bausubstanz auf, die mit vielen Bauphasen einherging. Für die anstehende Sanierung vereinbarte er ein eng abgestimmtes Vorgehen mit dem Denkmalschutz, das moderne Wohnansprüche behutsam in die historische Struktur integriert. Die Außenfassade ist nahezu erhalten. Lediglich einige Holzbalken mussten ausgetauscht werden. Die Wanderer erhielten auch einen Einblick in das Innere des historischen Bauwerks, das derzeit aufwendig restauriert wird, um seinen historischen Charme zu bewahren.

Im Anschluss ging es von Appmannsberg den Hang hinab über eine kleine Furt in die Umgebung des Kollberger Schlupfes, der aber wegen umgestürzter Bäume unpassierbar war. Weiter wanderte man über die Dörfer Hauzenberg und Mitterleinbach. Auf den historischen Pfaden des Goldenen Steigs stand schließlich am Sicklinger Berg auch eine Besichtigung des Waldkirchner Hochgerichts auf dem Programm. Am Ostrand des Bergwaldes an der alten Gemarkungsgrenze befand sich das historische Hochgericht des Marktrichteramtes. Im September 2025 wurde dort ein Gedenkstein samt Informationstafel errichtet. Zurück ging es wieder nach Schiefweg, wo im Emerenz-Meier-Haus eingekehrt wurde.