Waldkirchen/Haidmühle. Bei traumhafter winterlicher Kulisse starteten die Wanderer der Waldvereinssektion Dreisessel am vergangenen Aschermittwoch ins Wanderjahr 2026 mit einer Winterwanderung rund um Haidmühle. Die Route führte zur Kapelle St. Marien in Oberludwigsreut, die wegen der unmittelbaren Nähe der geschlossenen Grenze zu Tschechien „St. Marien am Eisernen Zaun“ genannt wird und ein wenig versteckt auf einem Felsblock im sogenannten „Müllerwaidl“ erbaut wurde. 1945, als die amerikanischen Truppen von Waldkirchen her langsam vordrangen, schlug eine schwere Granate hinter dem Haus in Oberludwigsreut in den Erdboden, wohin sich der Pfarrer und einige Bürger geflüchtet hatten. Das Geschoss explodierte nicht, sondern blies eine gewaltige Feuerskraft aus. Die Menschen fühlten sich verpflichtet, diese Dankkapelle zu erbauen. Die Granate steht heute als Bodenvase links vom Altar. Die Kapelle wurde 1958 unter Pfarrer Johannes Bischof erbaut und geweiht. Mit dem Bau dieser Kapelle löste man ein Versprechen ein, das der frühere Pfarrer Moritz Meisl und einige Bürger von Haidmühle in den letzten gefahrvollen Stunden des 2. Weltkrieges gegeben haben. Und nahe der Kapelle wurde 1969 ein Glockenturm errichtet. Die Kapelle „St. Marien am Eisernen Zaun“ mit ihrem Glockenturm wacht über Haidmühle. Zu jeder vollen Stunde ertönt das Lied „Ave Maria“ mit herrlichem Glockenklang. Das Areal rund um die Kapelle bietet einen tollen Platz um Kraft zu tanken und zur Gottesmutter zu beten. Und auch die Wanderer hielten ein wenig inne und stimmten spontan ein Marienlied an. Über Ludwigsreut ging es wieder zurück nach Haidmühle in den Gasthof Strohmaier. Hier gab es dann, wie es traditionell für den Aschermittwoch gehört, eine große Auswahl an Fischgerichten.




Bericht: Jutta Poth