Auf den Spuren von Löwenzahn, Klappertopf und Augenbrauen der Venus.

Kräuterwanderung am 26.05.2024 der Waldvereinssektion Dreisessel e.V.

Bei schönstem Frühlingswetter treffen sich die Wanderer der Waldvereinssektion Dreisessel am Riedelsbacher Stausee.

Frau Inge Ascher hat als Referentin Frau Martine Terhar gewinnen können. Sie ist Medizinerin und Kräuterpädagogin. Die erfahrene Pflanzenkennerin wird uns die nächsten 3 Stunden viel Neues über Heilkräuter und nützliche Pflanzen erzählen.

Wer weiß schon, dass der Breitwegerich als Blasenpflaster am Straßenpflaster wächst, der Spitzwegerich gegen Nasenbluten u. Husten hilft u. die Schafgabe auch die Augenbrauen der Venus genannt werden.

Vorbei an Taubenkropfleinkraut, Schlangenwiesenknöterich, Frauenmantel, Klappertopf o. Wiesendieb geht es auf gut ausgebautem Spazierweg am See entlang zu einer kleinen Moorlandschaft mit Birken u. Erlen. Jetzt wissen wir, dass man aus Birkenrinde Spagetti u. aus Erlenzapfen Tinte herstellen kann. Der Blutwurz wird nicht nur zu Schnaps verarbeitet, er hilft auch als Tinktur bei Nagelpilz etc. Am kleinen Stausee bzw. Fischweiher wurde eine Pause eingelegt und Frau Terhar servierte uns Brot mit leckerer Douglasiennadelbutter dekoriert mit bunten Blüten. Die „Riedelsbacher Wald-Cräcker“ mit Maiwipferln waren besonders lecker.

Weiter gings, vorbei an Brennnesseln, deren Tee, Blätter, Wurzeln u. Samen so manchen Arztbesuch ersparen kann. Als angesetzte Brühe ist er im Garten gegen Schädlinge einsetzbar. Ein Püree aus Giersch (Geißfuß o. Erdholler) hilft gegen Gicht u. schmeckt aber auch jung als Salat gut. Es gibt Kräuter für Frauenleiden, Männerbeschwerden oder auch für die Schönheit. Für Tiere (Hasen) gibt es den Wiesenbärenklau (Bärentatzen).

Der Löwenzahn ist von Vielen der Liebling. Seinen Namen hat er von den gezahnten Blättern. Er bringt die Wiesen zum leuchten, seine Knospen schmecken in Butter mit Zwiebeln gebraten köstlich, die Wurzeln haben heilende Wirkung und die Blätter isst man gerne als Salat. Übrigens auch der Stängel ist essbar und wer erfreut sich nicht an den wunderschönen Pusteblumen.

Eine lustige Geschichte verrät uns warum das Gänseblümchen rot wird.

Bei einer weiteren Rast spendiert Helga Ascher Hochprozentiges aus Kräutern und Frau Terhar serviert leckeren Aufstrich aus Löwenzahn. Wir erfahren, dass die Heidel- o. Blaubeere eine von den gesündesten Beeren ist und wahre Wunder wirkt. Je nach Beschwerden isst man sie roh oder getrocknet. Die Blätter werden zu Tee verarbeitet. Der Saft erhöht die roten Blutkörperchen. Aber der Heidelbeerdatschi dürfte schon zu den absoluten Favoriten zählen.

Nach einer spannenden, lehrreichen u. fröhlichen Kräuterwanderung bedanken wir uns bei Frau Terhar und lassen diesen schönen Wandertag „in der Einkehr“ bei leckerem Essen ausklingen.

Bericht; Lilly Vos

Wie versprochen die Rezeptvariation „Riedelsbacher Wald-Cräcker“

Zutaten:
100 g Buchweizenmehl
50 g gemahlene Sonnenblumenkerne
2 TL Backpulver
1 knappen TL Salz (Brennnesselsalz)
Ca. 30 g (kleine Handvoll) frische ganz klein geschnittene Fichtenspitzen (Maiwipferl) oder ca. 15 g getrocknete gemahlene Fichtennadeln
1 gepresste Knoblauchzehe (wer mag)
160 g Mineralwasser mit Kohlensäure

Zubereitung:
Zunächst die trockenen Zutaten mischen, Wasser dazu, gut verrühren.
Backpapier aufs Blech, Masse aufstreichen und gleichmäßig glatt streichen.
Wunschgröße mit Messer vorschneiden.
Bei 170 Grad ca. 20 Minuten backen. Falls die Cräcker noch nicht kross sind, noch ein paar Minuten weiterbacken.
Auf dem Blech abkühlen lassen, in Dosen packen.

Viel Spaß beim Ausprobieren.
Martine